Grundschule-Hort

Ganztag an der Grundschule ist ohne die Einbeziehung des Horts kaum mehr denkbar. Allerdings arbeiten beide auf Grundlage unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen und bei den beteiligten Erwachsenen sind unterschiedliche Kompetenzen gefragt. So verschieden Schule und Hort  sind: Bei der Einbindung von Ganztagsangeboten können beide Partner gemeinsam oft weit mehr erreichen als allein.

Zum Einstieg in das Thema haben wir vier Empfehlungen für Sie:


 

Videoempfehlung: Aus zwei wird eins!

„Haben Grundschule und Hort überhaupt etwas gemeinsam?“ fragt die Stimme aus dem Off – um gleich die Antwort zu liefern: „Ja, sie haben dieselben Kinder!“

Der neunminütige Animationsfilm „Aus zwei wird eins!“ plädiert auf unterhaltsame Weise für eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Grundschule und Hort. Eindrucksvoll werden die Unterschiede der beiden Institutionen aufgezeigt, um Verständnis für die jeweils andere Seite zu schaffen. In der Folge werden die wichtigsten Schritte hin zu einer intensiven Zusammenarbeit vorgestellt. Stärkstes Argument für eine Kooperation: Die Bedürfnisse der Kinder sollen im Vordergrund stehen.


 

Leseempfehlung: "Grundschule und Hort im Dialog  - Praxishandreichung für eine gelingende Kooperation"

Die Praxisbroschüre ist ein Arbeitsmaterial mit vielen hilfreichen Werkzeugen, Arbeitsblättern und Hinweisen und unterstützt Hort- und Schulteams auf dem Weg zu einer gelingenden Kooperation um gemeinsam ein ganztägiges Bildungskonzept umzusetzen.

Sie wurde wurde im Dresdner Modellprojekt "Gemeinsam bildet" in einer Kooperation von Schule Hort und Bildungsverwaltung entwickelt.

 


 

Lese- und Videoempfehlung: Ausgezeichnete Vorbilder

Schon jetzt gibt es jede Menge positiver Erfahrungen im Freistaat Sachsen, wie Grundschule und Hort beim Thema Ganztagsangebote Hand in Hand arbeiten können. 

 

Gleich eine ganze Reihe guter Beispiele, wie die Zusammenarbeit zwischen Schule und Hort gelingen kann, liefern der zweiteilige Film und die Broschüre „Gemeinsam ausgezeichnet“. Hintergrund ist der gleichnamige Wettbewerb aus dem Jahr 2012, bei dem eine Jury aus rund 50 Einreichungen zehn Favoriten ausgewählt und drei Kooperationen von Grundschule und Hort prämiert hat.

 

Etwa die 16. Grundschule Dresden, die gemeinsam mit dem zugehörigen Hort Themenräume eingerichtet und so das Platzproblem gelöst hat. Oder die Freie Schule Leipzig, die Lehrer, Erzieher, Eltern und Schüler regelmäßig zum gemeinsamen „Arbeits- und Erklärwochenende“ einlädt, um die Schularbeit kritisch zu diskutieren.

Video "Gemeinsam ausgezeichnet" Teil I

Video "Gemeinsam ausgezeichnet" Teil II


 

Leseempfehlung: Die wissenschaftliche Perspektive

"Die Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Hort ist oft spannungsreich“, stellen die beiden wissenschaftlichen Untersuchungen „Baustelle Ganztag“ und „Ganztagsangebote im ländlichen Raum“ fest.

Die beiden empirischen Studien haben den Status quo der Zusammenarbeit von Horten und Grundschulen mit Ganztagsangeboten in der Großstadt Dresden sowie in ländlichen Regionen genauer untersucht.

Ihre Schlussfolgerung: Um perspektivisch zusammenzuarbeiten, müssen beide Seiten aufeinander zugehen und an ihrer Kommunikations- und Kooperationskultur arbeiten. Nur so kann ein erfolgreiches ganztägiges pädagogisches Angebot im Sinne der Kinder umgesetzt werden.


 

Weitere Lesehinweise zum Thema Grundschule und Hort:

  • „Durch die gemeinsame Dienstberatung ist das Verständnis von Hort und Schule füreinander gewachsen“, erzählt Hortleiter Gerritt Witt aus Leipzig in dem sehr lesenswerten Protokoll über die Kooperation mit der Grundschule.
  • Der Kooperation von Grundschule und Hort widmet sich gleich die komplette Ausgabe 2/2012 der Zeitschrift „mehr! – Das Magazin für Ganztagsangebote in Sachsen“. „Die große Kunst ist es, einen guten Weg zu finden, dass Schule und Hort eben nicht morgens ‚lernen‘ und nachmittags ‚spielen‘ heißt“, sagt darin die Psychologin Oggi Enderlein im Interview.
  • Auch in der Broschüre „Wie tickt die Uhr im Ganztag?“, in der es primär um das Thema Rhythmisierung geht, sind eine Reihe guter Beispiele zu finden, in denen die Zusammenarbeit von Grundschule und Hort gute Effekte im Sinne der Schüler hatte. Etwa das Beispiel von der 16. Grundschule Josephine: beide Partner haben die Tagestaktung gemeinsam neu geregelt.