Evangelische Oberschule Großrückerswalde

„Wir bleiben am Ball“
Die Evangelische Oberschule Großrückerswalde ist eine staatlich anerkannte Ersatzschule. Sie trägt den Namen der Komponisten Erhard und Rudolf Mauersberger. Die Schule liegt malerisch, aber auch etwas abgelegen in Nähe der erzgebirgischen Stadt Marienberg. Ihre Schüler kommen aus einer großen Zahl umliegender Gemeinden und haben teilweise einen langen Schulweg. Die Evangelische Oberschule hat das Leseförderprojekt „Rund ums Lesen“   und „Veränderung in der Rhythmisierung“ als Schwerpunkte für die Netzwerkarbeit gewählt.
 
Wissenswertes über die Schule: Die Evangelische Oberschule Großrückerswalde ist seit 2006 offene Ganztagsschule. An ihr unterrichten 26 Lehrer 327 Schüler der Klassen 5 bis 10. Schulleiterin ist Claudia-Morena Golla. Hier können Jugendliche den Hauptschul- und den Realschulabschluss erwerben. Träger ist der Evangelische Schulverein Großrückerswalde e.V. Außerschulisch kooperiert sie unter anderem mit dem Städtischen Theater Chemnitz, dem Diakonischen Werk Marienberg und mehreren Betrieben und Vereinen der Region als externen Partnern.
 
Warum die Schule sich für die Schwerpunkte entschieden hat: „In der Fachgruppe Deutsch werden ständig Gespräche darüber geführt, wie wichtig das Lesen und Verstehen von Texten in allen Fächern ist, um erfolgreich arbeiten zu können“, sagt Cornelia Müller, GTA-Koordinatorin. „Lesen hilft gegen Langeweile, ist eine sinnvolle Beschäftigung für die Schüler in Freiblöcken. Sie müssen lernen, wie man mit Nachschlagewerken und Fachliteratur umgeht. Damit können sie die Schule erfolgreich abschließen und später in Ausbildung und Beruf gut zurechtkommen.“  Die Schule möchte daher eine Schulbibliothek aufbauen, die diesen Namen verdient. Bisher gibt es nur eine provisorische Ausleihe im Schulhaus. Dazu sollen Schülerbibliothekare ausgebildet und Lesenächte und Lesungen organisiert werden. Beim Schwerpunkt Rhythmisierung muss die Evangelische Oberschule berücksichtigen und einplanen, dass die Schüler durch das große Einzugsgebiet sehr von den Abfahrtszeiten der Busse abhängig sind. „Dennoch möchten wir in diesem zeitlich begrenzten Schulalltag für möglichst viele Schüler ein GTA anbieten, das die Schüler auch nutzen können“, betont Cornelia Müller.
 
Was sie bisher erreicht hat: „Bei der Leseförderung stehen wir noch in den Startlöchern“, schätzt die GTA-Koordinatorin ein. Den Raum, der am Anfang des Schuljahres frei geworden war und Bibliothek hätte werden können, bestimmte jedoch ein Beschluss des Schulvereins zum Hortzimmer. „Wir haben Gespräche geführt, um einen vorübergehenden Ausweichraum zu bekommen, aber es gibt einfach nichts, was auch von der Sicherheit her geeignet wäre. Dabei haben wir schon so viel getan: Interessierte Jungbibliothekare sind gefunden, ein Elternbrief zur Büchersammlung ist verteilt, Pläne zur Gestaltung der Bibliothek sind entstanden, Verlage zur Bücherspende angeschrieben….“, zählt Cornelia Müller auf. Die Schule könnte also sofort beginnen, die Bibliothek aufzubauen, wenn sie einen geeigneten Raum bekäme.  Und die  Gemeindebibliothekarin Maria Riehl würde das Vorhaben unterstützen.  Den zweiten Schwerpunkt, Rhythmisierung,  geht die Schule langsam an: Eine schulinterne Fortbildung zum Thema „Motivation und Tagesstruktur“ hat stattgefunden, eine zum Thema „Rhythmisierung“ soll folgen. Mit diesen Kenntnissen möchte die Schule ab dem Schuljahr 2014/15 ein neues Rhythmisierungskonzept erarbeiten.
 
Ist die Schule mit dem derzeitigen Stand zufrieden? „Wir wären gern schon weiter, deshalb sind wir zurzeit noch nicht zufrieden. Bei der Bibliothek, mit der wir starten wollten,  fehlt uns  eben die Räumlichkeit, mit der alles steht und fällt“, sagt Cornelia Müller bedauernd.
 
Worauf die Großrückerswalder stolz sind: „Dass wir bei allen Beteiligten – Schüler, Eltern, Lehrer, Schulträger – eine so große Akzeptanz erfahren. Deshalb lassen wir uns auch nicht davon entmutigen, dass wir momentan noch nicht richtig vorwärtskommen. Wir bleiben am Ball und geben nicht auf, zumal alle Verantwortlichen bereits gute Ideen beigesteuert und viel Zeit investiert haben“, so Cornelia Müller.