Clara-Zetkin-Oberschule Freiberg

„Den externen Partnern bewusst machen, dass sie dazugehören“

Die Clara-Zetkin-Oberschule Freiberg wächst. Sie ist unter anderem deshalb attraktiv, weil sie seit acht Jahren ein gut funktionierendes Ganztagskonzept anbietet. „Damit dieses Konzept läuft, sind externe Partner unverzichtbar“, sagt GTA-Koordinatorin Martina Uhlmann. Die Schule möchte ihr Ganztagskonzept weiter optimieren und hat deshalb „Bessere Integration von externen Partnern“ als ersten Schwerpunkt der Netzwerkarbeit gewählt. Außerdem will die Oberschule daran arbeiten, die fächerverbindenden Unterrichtswochen zu optimieren und  den „Projektgedanken“ zu „stärken“.

 

Wissenswertes   über die Schule: An der Freiberger Oberschule lernen 381 Schüler, die von 29 Lehrern unterrichtet werden. Die dreizügige Einrichtung ist eine teilgebundene Ganztagsschule: Von Montag bis Donnerstag lernen und arbeiten die Schüler ganztägig. Rund 100 Kinder verbringen den Schultag in der gebundenen Form. Das sind jeweils zwei der drei fünften und sechsten Klassen. Ein Teil der Fünft- und Sechstklässler und die älteren Schüler nutzen die GTAs in der offenen Form. Der Schultag an der Clara-Zetkin-Oberschule dauert von 7.20 bis 15.45 Uhr. Schulleiterin ist Anne-Kathrin Kreis.

 

Warum sich die Schule für die Schwerpunkte entschied: „Durch die Rhythmisierung sind den ganzen Tag externe Partner bei uns in der Schule. Sie gehören einfach zu uns“, sagt Martina Uhlmann. Deshalb möchte die Schule den externen Partnern vermitteln, dass sie unverzichtbarer Bestandteil des schulischen Lebens und nicht nur Gäste sind, und sie langfristig ins Schulleben einbinden. „Diese Partnerschaft bedarf liebevoller Pflege“, fügt die Koordinatorin hinzu. Die Partner spielen auch bei dem fächerverbindenden Unterricht eine wichtige Rolle: Hier lernen die Schüler in zwei Wochen – einer vor Weihnachten, einer vor den Sommerferien – anders als sonst. Sie arbeiten an Themen, für die sich mehrere Fächer zusammenfinden. „In diesen Wochen investieren die Lehrer immer viel Mühe und Vorbereitungszeit, die Schüler bleiben bei der Planung ziemlich außen vor. Das wollen wir ändern und sie von Anfang an mehr beteiligen, also den Projektgedanken stärken“, betont Martina Uhlmann. Die Schule möchte damit ab der sechsten Klasse beginnen.

 

Was seitdem passiert ist: Am Anfang dieses Schuljahres wurden alle externen Partner zu einer Gesprächsrunde eingeladen, bei der die Leitung das pädagogische Konzept und den Schuljahresablaufplan vorstellte und die Partner motivierte. Zu diesen gehören unter anderem die „Physiotherapie Weiß“ aus Freiberg, die Tanzschule „Rio“ Chemnitz und der Freiberger Verein „Leander“.  Die außerschulischen Partner erhielten eine langfristige Aufgabe, die sie verstärkt ins Schulleben einbindet. Das GTA „Ich bin ein Künstler“ soll beispielsweise Teile des Schulhauses gestalten, das GTA „Radio“ eine Radiosendung für die Schule erstellen. Bei den Zusammenkünften der Netzwerkschulen lernten die Freiberger gute Beispiele dafür kennen, wie Kooperation mit externen Partnern funktioniert. „Wir binden die Partner jetzt auch mehr in die Elternarbeit ein. Zum Beispiel vor Elterngesprächen. Lehrer und externe Partner tauschen sich vorab darüber aus, wo die Stärken und Schwächen des Schülers liegen“, erläutert Martina Uhlmann.

Im Herbst fand dann eine Tagung statt, bei der außer den Partnern auch Eltern, Schüler, Lehrer, die Mitarbeitern der Servicestelle Ganztagsangebote und die Freiberger Stadtverwaltung anwesend waren. Ziel war es, einen übersichtlichen und verbesserten Organisationsplan zu schaffen, der festhält, wo und wann über den Tag verteilt GTAs und Unterricht stattfinden.

Für den fächerverbindenden Unterricht hat die Schule eine Zielvereinbarung und einen sogenannten Meilensteinplan festgelegt. Und es gab eine schulinterne Fortbildung zum kompetenzorientierten Unterrichten und eine Gesprächsrunde mit den Klassenleitern der Klassen 5 und 6 zu ihren Vorstellungen und Wünschen zum fächerverbindenden Unterricht. Momentan ist man dabei, ein Thema für die Woche vor den Sommerferien zu finden, zunächst für Klasse 6. „Wenn die Schüler an der Themenfindung beteiligt werden, sind sie motivierter“, sagt Martina Uhlmann.

 

Ist die Schule zufrieden mit dem, was bisher erreicht ist? „Ja, das sind wir. Und wieder haben wir gesehen, wie wichtig es ist, die Kollegen langfristig zu überzeugen und einzubinden“, so die Koordinatorin. Zur Zufriedenheit gehört für Martina Uhlmann jedoch, nicht stehenzubleiben, sondern sich ständig weiterzuentwickeln.

 

Worauf die Schule stolz ist: Der rhythmisierte Tag mit den verteilten Förderstunden läuft gut und kommt bei den Schülern an. Florentine Salomon, Sechstklässlerin und stellvertretende Schülersprecherin, besucht montags den Mädchentreff, mittwochs vierzehntäglich „Kochen und Backen“ und donnerstags „Entspannungstechniken“. "Kochen und Backen" mag ich besonders gerne. Beim letzten Mal haben wir gelernt, wie man Krapfen und Blätterteigtaschen macht.“ Und auch das Förderkonzept hebt Martina Uhlmann hervor: „Sowohl für schwächere als auch für leistungsstarke Schüler ist etwas dabei. Durch die Unterstützung des Netzwerkes entwickeln wir uns ständig weiter, und das ist gut so.“